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  • DIVERTICULOSE - was ist das?
     
 

Es handelt sich hierbei um eine gutartige Ausstülpung der Darmschleimhaut durch Lücken in der Muskelschicht der Darmwand. Es handelt sich also um einige, teils auch viele Säckchen, welche sich aus der Darmwand herausstülpen und unterschiedlich groß sein können, in Einzelfällen bis zu mehreren Zentimetern.

Um es noch einmal ganz klar zu sagen: Divertikel sind genau das Gegenteil von Polypen (Polypen sind Wucherungen in die Darmöffnung herein und können zu Krebs entarten ).

 
Ursache:
  Die Ursache ist noch nicht völlig geklärt, es spielen jedoch 2 Faktoren eine wesentliche Rolle:
 

1.Eine vorbestehende Wandschwäche - meistens im Gefolge einer allgemeinen "Bindegewebsschwäche" (das heißt es kommen bei den Betroffenen auch gehäuft Haemorrhoiden und Krampfaderleiden vor, manchmal auch ein Zwerchfellbruch). Bei dieser Wandschwäche handelt es sich um Lücken in der Ringmuskulatur, welche in der Regel durch kräftige Bindegewebsschichten gedeckt sind. Mit zunehmendem Alter vergrößern sich diese Lücken, so daß das Risiko damit mit zunehmendem Alter auch steigt.

2.Eine Erhöhung des Druckes im Darm bei kräftigem Pressen begünstigt ebenfalls negativ die Entstehung von Divertikeln. Dieses Pressen wiederum entsteht gehäuft bei Verstopfungen, wenn der Stuhl also nicht weich genug ist und starker Druck ausgeübt werden muß.

 
Häufigkeit:
 
In Lehrbüchern der Jahrhundertwende waren Divertikel des Darmes noch eine Rarität. Heute beträgt die Häufigkeit im 5 Lebensjahrzehnt 5-10% und nimmt mit dem Alter bis auf 60% zu!!! Das heißt ab einem gewissen Alter, ca. 60 - 70 Jahre, kann jeder zweite Mensch Darmdivertikel haben. Die Ursache dafür ist sicherlich in unserer Ernährung zu sehen; seit der Jahrhundertwende ist eine extreme Verarmung an Faserstoffen (Ballaststoffen) in der Nahrung festzustellen.

Die Tendenz nimmt zu, so daß auch zunehmend jüngere Menschen Darmdivertikel ausbilden. (Etwas vereinfacht kann gesagt werden, je weniger Faserstoffe gegessen werden, desto härter wird der Stuhl, desto mehr muß man pressen, desto höher wird der Darmdruck und desto leichter entstehen Ausstülpungen des Darmes nach außen, also (Divertikel).
 
  Zeichen der Divertikelkrankheit:
 
Typisches Symptom der "harmlosen Divertikelkrankheit" ist der Schmerz, der oft anfallsartigen (kolikartigen) Charakter hat. Häufig finden sich auch bloß dumpfe Druckgefühle im linken Unterbauch (diese erinnern an eine chronische Blinddarmreizung auf der falschen Seite) und allgemeines Unwohlsein. Der Verlauf der Krankheit ist durch immer wiederkehrende Schmerzattacken gekennzeichnet, welche Stunden bis Tage dauern. Gelegentlich wird nach dem Stuhlgang oder dem Abgang von Wind eine Besserung verspürt. Häufig klagen Betroffene über Veränderungen des Stuhlganges (abwechselnd Verstopfung und breiige Stühle) sowie einen geblähten Leib
   
  Komplikationen:
 
Die Divertikel sind, wie gesagt, streng gutartig. Es können jedoch deutliche Komplikationen entstehen: Zum einen können durch Stuhleindickungen in den Divertikeln spitze kleine "Kotsteine" entstehen. Diese reizen die Darmwand und bewirken oft heftige Divertikelblutungen.
 


Darüber hinaus können durch chronische Reize von eingedicktem Stuhl in den Divertikeln auch Entzündungen entstehen. Diese Entzündungen der Divertikel (Divertikulitis) tritt in ca. 10-20% aller Divertikelträger im Verlauf auf. Das Problem liegt wesentlich in der Umgebungs-Entzündung, das heißt der Entzündung im Bauchraum. Hier entstehen möglicherweise auch Verwachsungen, Abszesse oder ähnliche Komplikationen.

Eine akute Divertikulitis ist ein hochgradiges Krankheitsbild und muß durch einen entsprechend ausgebildeteten Facharzt behandelt werden. In vielen Fällen ist auch eine Operation notwendig.

  Vorsorge:

Sollte ein träger Darm bestehen oder sollten bereits einzelne oder deutlichere Divertikel bestehen, so ist auf eine entsprechend angepaßte Ernährung zu achten: bitte sprechen Sie uns auf eine entsprechende Ernährungsberatung an.

Prinzipiell ist jedoch auf folgendes zu achten: Es sollte auf eine Erhöhung des Ballaststoffanteiles der Ernährung geachtet werden sowie eine Reduktion des Fett-Anteiles der Ernährung erreicht werden. Diese Umstellung sollte langsam erfolgen; gerade zu Beginn einer Faserstoffanreicherung der Ernährung können vermehrt Völlegefühl und Blähungen entstehen.

  verbleibt mit freundlichen Grüßen

Ihre Praxis Dr. med. A. Boekstegers
 
 
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