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Vorsorge-Medizin |
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Darm-Krebs |
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DARM-KREBS |
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Dickdarmkrebs kann man vermeiden !! |
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Mir geht es gut, ich brauche keinen Test!" Oder: "Ich möchte gar nicht wissen, ob ich Krebs habe, weil ich sowieso nichts dagegen tun kann." |
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Das sind gängige Einstellungen, denen man in der Krebsvorsorge begegnet. Auch hört man den spöttischen Satz: "Stell dir vor, es gibt eine Krebsverhinderung, aber keiner geht hin."
Dieses leider noch immer bestehende Meinungsbild beruht zum Teil darauf, dass zu wenige Menschen wissen, wie groß die Gefahr ist, an Dickdarmkrebs zu erkranken, wie wichtig es ist, die Erkrankungen seiner Familie zu kennen ("Mein Vater soll an Krebs gestorben sein, aber ich weiß nicht an welchem" ist eine typische Aussage), und wie gut dieser Krebs durch Beseitigung seiner Vorstufen zu verhindern ist.
Der Weg dazu, die Dickdarmspiegelung (Koloskopie), auch das wissen die wenigsten, ist dank Sedierung oder Kurzzeitnarkose durchaus erträglich- Sie spüren in unserer Praxis i.d.R. gar nichts! |
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1: After 2:Dünndarm 3:Magen 4:Endoskopie-Gerät |
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Jedes Jahr erkranken etwa 60.000 Deutsche neu an einem Dickdarmkrebs (kolorektales Karzinom), etwa die Hälfte von ihnen wird daran sterben. Nach dem Prostata- und Lungenkrebs ist der Dickdarmkrebs bei Männern die dritthäufigste, nach dem Brustkrebs bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung.
Das Lebenszeitrisiko, also das Risiko eines Bundesbürgers, an einem Krebs zu erkranken, beträgt sechs Prozent. Das Risiko steigt um das Zwei- bis Vierfache, wenn bei Verwandten Darmkrebs oder Darmpolypen festgestellt wurden. Bei mindestens einem Viertel aller Bundesbürger besteht ein mehr oder weniger ausgeprägtes familiäres Risiko.
Jedes Jahr steigen etwa eine Million Menschen in die Gruppe der über Fünfundfünfzigjährigen auf - und von diesem Alter an nimmt das Risiko deutlich zu. |
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Keinerlei frühe Symptome |
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Frühsymptome gibt es leider nicht. Erst wenn Blut im Stuhl, Wechsel von Durchfall und Verstopfung, Bauchschmerzen, Blutarmut, Leistungsminderung, Müdigkeit und/oder Gewichtsverlust auftreten, sucht der alarmierte Patient den Arzt auf. Die weitere Lebenserwartung hängt dann entscheidend vom Tumorstadium ab. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei mehr als 90 Prozent im Frühstadium, sinkt jedoch dramatisch mit der Tumorentwicklung. Das kolorektale Karzinom entsteht meist langsam, das heißt über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren durch eine bösartige Umformung von Dickdarmpolypen in Krebs (Adenom-Karzinom-Sequenz). Zeit genug also, diese potentiell bösartigen Vorstufen aufzuspüren und zu entfernen.
Die primäre Prävention, also die Verhinderung der Polypenentstehung, ist noch nicht möglich. Ein gesunder Lebensstil scheint aber hilfreich zu sein. Faserreiche, fleisch- und fettarme Ernährung, körperliche Bewegung und ein Leben ohne Übergewicht, Rauchen und Alkohol können möglicherweise die Polypenentstehung verhindern. |
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Krebsvorstufen erkennen |
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Die sekundäre Prävention dient der rechtzeitigen Entdeckung der Krebsvorstufen und ihrer Beseitigung.
Die sicherste Methode der Entdeckung ist die Spiegelung des gesamten Dickdarmes (Koloskopie) mit einem flexiblen Schlauch (Endoskop), an dessen Spitze sich ein Fernsehchip zur Bildübertragung befindet. Wenn Polypen entdeckt werden, können sie mit einer elektrischen Schlinge erfasst und abgetragen werden. Diese werden anschließend geborgen und durch einen Pathologen feingeweblich untersucht.
Dank Sedierung oder Kurzzeitnarkose (wenn man den Untersuchungsablauf gar nicht miterleben möchte) und dank moderner Technik ist die Untersuchung für den Patienten wenig belastend. |
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Die Komplikationsrate ist gering: |
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Die Gefahr einer operativ zu versorgenden Darmverletzung bei der Untersuchung betrug in einer großen Untersuchung, die 80 000 Darmspiegelungen in Deutschland umfasste, 0,06 Prozent, wenn Polypen abgetragen werden mussten, und 0,005 Prozent, wenn dies nicht der Fall war.
Im Vergleich dazu ist das Risiko, ohne Früherkennung an Darmkrebs zu erkranken, viel größer. Denn vom 55. Lebensjahr an beträgt das Risiko, in den nächsten 25 Jahren an Darmkrebs zu sterben, 1:33: Eine von 33 Personen wird also an diesem Krebs sterben.
Am 1. Oktober 2002 wurde in Deutschland die Früherkennungs- oder Vorsorgekoloskopie eingeführt und mit bestimmten Qualitätssicherungsvereinbarungen verbunden. Vom vollendeten 55. Lebensjahr kann nun auch ein Kassenpatient sich präventiv kostenlos untersuchen lassen. Nach zehn Jahren, also frühestens vom 65. Lebensjahr an, kann die Spiegelung wiederholt werden- die WHO (Welt-Gesundheitsorganisation) empfiehlt eine Wiederholung nach 5 Jahren. Bei Personen mit erblich auftretendem Dickdarmkrebs sind frühere Untersuchungen erforderlich. |
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Ziel: Sterberate um die Hälfte senken |
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Ziel ist es, die Sterblichkeit an dieser Erkrankung um die Hälfte zu senken. Eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu diesem ehrgeizigen Fernziel sind etwa 500.000 Vorsorgekoloskopien. Bis jetzt sind es aber nur 300.000 bis 350.000. Um die große Lücke zu schließen, sind zwei Voraussetzungen erforderlich. Mehr Ärzte und mehr Vorsorgewillige werden benötigt. Durch die erhöhten Anforderungen sind viele Ärzte, die bislang sporadisch Koloskopien durchgeführt oder aber keine Polypektomien vorgenommen haben, aus dem Vorsorgeprogramm herausgefallen. Diskutiert wird auch, Kliniken mit entsprechenden Einrichtungen zur Vorsorgekoloskopie zu ermächtigen.
Entscheidend wird aber sein, die erheblichen Barrieren von Seiten der potentiellen Patienten zu überwinden. Von 140 000 durchgeführten Beratungen zur Vorsorgekoloskopie führten nach einer Erhebung vor kurzem nur 6000, also nur vier Prozent, tatsächlich zu der Darmspiegelung. Selbst der ganz einfache Stuhlbluttest, ein Suchtest auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und Bestandteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung bei Bundesbürgern über 45 Jahren, wurde nur von 30 Prozent aller Frauen und nur von 15 Prozent aller Männer genutzt. Daher gilt es, bei jeder Gelegenheit die Bevölkerung auf die Möglichkeit hinzuweisen, Dickdarmkrebs zu verhindern.
Keiner darf mehr sagen, er habe nicht gewusst, dass man Dickdarmkrebs vermeiden kann. |
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Der Autor, Professor Dr. Paul Georg Lankisch, ist Chefarzt der Medizinischen Klinik des Städtischen Klinikums Lüneburg und Vorsitzender des Bundesverbandes Gastroenterologie Deutschland e.V. |
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Wer gehört zur einer Risikogruppe? |
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Bei der Entstehung von Darmkrebs kann die erbliche Veranlagung eine Rolle spielen. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die immer wieder zahlreiche, gutartige Geschwülste (Polypen) entwickeln. Gefährdet sind ferner Personen, die an lang anhaltenden und schweren Dickdarmentzündungen leiden – zum Beispiel länger als 15 Jahre an Colitis ulcerosa. Auch wer große Mengen an tierischen Fetten und fettem Fleisch verzehrt, erhöht vermutlich das Darmkrebs-Risiko. Es liegen zahlreiche Hinweise vor, dass solche Essgewohnheiten vor allem im Kindes- und Jugendalter zu Schäden im Erwachsenenalter führen können. |
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Warnzeichen |
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Es gibt zwar keine für Darmkrebs eindeutigen Beschwerden, aber eine Reihe von Anzeichen und Befunden sind Warnzeichen. Wenn Sie folgende Beschwerden haben, gehen Sie zum Arzt und lassen die Ursache klären: |
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- Blut im oder am Stuhl
- Bauchschmerzen, die länger als eine Woche
anhalten
- bei Abgang von Blähungen gleichzeitige Entleerung
von etwas Blut, Schleim oder Stuhl
- Blässe, ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
Leistungsabfall, Gewichtsabnahme
- tastbare Verhärtungen im Bauchraum und/oder
vergrößerte Lymphknoten
- veränderte Stuhlgewohnheiten, beispielsweise
bleistiftdünner Stuhl; Wechsel von Verstopfung zu
Durchfall und umgekehrt
- laute Darmgeräusche, Rumoren, starke, anhaltende
Blähungen
- häufiger Stuhldrang; Entleeren von auffallend übel
riechendem Stuhl
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Was können Sie selbst tun? |
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Außer an diesen Warnsignalen können Sie selbst eine bösartige Darmerkrankung kaum frühzeitig erkennen. Durch eine allgemeine gesunde Lebensführung können Sie jedoch das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, minimieren. Dazu gehören u.a. körperliche Bewegung, kein Übergewicht, nicht rauchen, Verzehr von faser- und stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Getreideprodukten und Gemüse, Frischobst, wenig Fett und die Einnahme von Vitaminen, besonders A, C, D und E. Diese Vitamine sollten Sie ausreichend mit der Nahrung, über Obst, Gemüse und Milch, zu sich nehmen. Okkultbluttest - die Darmspiegelung |
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